Das Institut ist eine private und unabhängige Facheinrichtung zur Diagnose und Therapie von Entwicklungs- und Lernstörungen im schriftsprachlichen Bereich. Es sieht seine Aufgabe in der pädagogischen und psychologischen Intervention bei Kindern und Jugendlichen, wenn die Lern- und Leistungsschwächen aufgrund ihres Ausmaßes eine außerschulische Hilfe erfordern. Einen breiten Raum nimmt die förderdiagnostische und beratende Tätigkeit ein.

Das Institut arbeitet seit 1984 in Hamburg-Eppendorf und Hamburg-Winterhude, eröffnete 1990 eine Praxis im Harburger Raum und hat seitdem einen Schwerpunkt in der Diagnose und Therapie bei Teilleistungsstörungen im Schriftsprachbereich in Nord-Niedersachen (Praxis in Sinstorf seit 1996). 1998 wurde eine Dependance in Stade eröffnet. Seit 1994 gibt es eine enge Kooperation mit den Jugendämtern Harburg, Landkreis Harburg, Buxtehude und Stade. Derzeit können in den drei Hamburger Instituten insgesamt ca. 200 Therapieplätze zur Verfügung gestellt werden. 

Therapeuten der Institute für Entwicklungs- und Lerntherapie sind Mitglieder im Bundesverband Legasthenie e.V., im Fachverband für Integrative Lerntherapie e.V., im Bundesverband der Deutschen Psychologen (BDP) und im Deutschen Psychotherapeutenverband.

Das Team der Institute für Entwicklungs- und Lerntherapie besteht einschließlich der Leitung aus 14 Therapeuten und Therapeutinnen. Sie üben ihre Tätigkeit hauptberuflich aus und verfügen neben der Aus- und Weiterbildung im Institut über ein abgeschlossenes Hochschulstudium der Fachrichtungen Sprachwissenschaft  / Linguistik / Germanistik, (Sonder-) Pädagogik  und Psychologie / Psychotherapie.

 

 

Hauptziel der Diagnose- und Beratungstätigkeit ist die (Früh-) Erkennung behandlungsbedürftiger Auffälligkeiten in der kognitiven und emotionalen Entwicklung des Kindes. Hartnäckige Lern- und Leistungsschwächen im Lesen und Schreiben sollten nicht als Verzögerung toleriert werden, welche sich eventuell mit der Zeit aus- wachsen. Fälschliche Bagatellisierung von Lernproblemen beim Grundschulkind  und verspätete Inanspruchnahme fachlicher Hilfe sind leider noch zu häufig zu beobachten. Rechtzeitige Förderung und Behandlung können für die kognitive Reifung und den Schulerfolg, für das psychische Gleichgewicht und die Persönlichkeitsentwicklung eines Kindes von entscheidender Bedeutung sein.

 

Im Zweifelsfall ist zu einer systematischen Untersuchung zu raten, und zwar immer dann, wenn

auffällige Schwierigkeiten im  

Erwerb der Schriftsprache

  • in den Anfangsklassen oder bei ungeübten Diktaten sichtbar werden

 

  • trotz regelmäßigen Unterrichts und eventuell trotz zusätzlichen  häuslichen Übens       

 

  • bereits länger als drei Monate anhalten.

 

 

Grundsätzlich führt das Institut eine auf den Einzelfall abgestimmte Untersuchung durch, die nach   differential- und förderdiagnostischen Gesichtspunkten zusammengestellt ist:

1. Elternanamnese

 vorschulische und schulische Entwicklung; Lern- und Erziehungsprobleme

2. Pädagogische Leistungsdiagnostik

Ausmaß des Leistungsversagens; Statusanalyse des Schriftspracherwerbs nach DoRA (Dortmunder Rechtschreibfehler Analyse, ein intern entwickeltes Verfahren des dortigen Instituts für Legasthenie)

3.  Psychologische Funktionsdiagnostik 

schriftsprachrelevante Teilleistungen; allgemeine intellektuelle Leistungsfähigkeit; Konzentration und Aufmerksamkeit

4. Persönlichkeitsdiagnostik / Verhaltensbeobachtung

Leistungsangst, Schulangst, allgemeine Angst; depressive und aggressive Erlebens- und Verhaltenstendenzen

 

 

Nach Auswertung aller Untersuchungsmaterialien erhalten die Eltern eine ausführliche Beratung. Je nach den Ergebnissen der Gesamtdiagnostik kann eine Therapieempfehlung gegeben werden; nach Wunsch und Bedarf der Eltern können der Schule oder dem Arzt Untersuchungsergebnisse übermittelt werden.

Ist eine Behandlung im Institut nicht möglich (z.B. bei Verhaltensstörungen anderer Genese), so werden den Eltern jeweils spezialisierte Praxen oder Kliniken empfohlen.

Testuntersuchung und Beratung werden unabhängig von einer Therapievereinbarung angeboten.

 

 

Das therapeutische Konzept des Instituts beruht auf der Integration von Erkenntnissen der Linguistik für den Bereich des gestörten Schriftspracherwerbs und Modellen der Kognitions- und Wahrnehmungspsychologie sowie Methoden der Klinischen Psychologie (besonders der Verhaltenstherapie)        

 

Grundlage der Intervention bildet das  LautAnalytische RechtschreibSystem LARS. Das Programm wurde in den achtziger Jahren in den Instituten für Legastheniker - Therapie in Bochum und Dortmund entwickelt und seither erfolgreich angewendet. Es handelt sich um eine Methode des Schriftspracherwerbs durch systematische Lautanalyse, welche die Nachteile der üblichen wortbildorientierten Vermittlungsstrategien (Merkfähigkeit für Wortbilder) für Kinder mit Entwicklungsverzögerungen in diesem Bereich ausgleicht. Vorausgesetzt ist eine entsprechende Analyse des kindlichen Entwicklungsstandes: Mit einem eigenen Verfahren ( DoRA: Dortmunder Rechtschreibfehler Analyse) werden die Falschschreibungen auf Basis einer linguistischen Analyse der deutschen Orthographie und einer phonetischen Analyse der deutschen Sprache analysiert, so dass die spezifischen Schwierigkeiten, die sich beim Erwerb der Schriftsprache entwickeln, mit LARS behoben werden können. 

 

Hierbei wird nach dem persönlichen kognitiven, emotionalen und sozialen Entwicklungsstand eines Kindes eine individuelle Hierarchie von Therapiezielen verfolgt. Schriftsprachrelevante perzeptive und kognitive Teilleistungen müssen schrittweise aufgebaut werden; Lern- und Problemlösestrategien, Gedächtnis und Aufmerksamkeitstechniken sind zu effektivieren. Die Selbstwahrnehmung und das Selbstvertrauen müssen durch das häufige Erleben eigenen Lernerfolgs und durch das Bewusstmachen hemmender Selbstkonzepte und Selbstbewertungen korrigiert werden. Dies alles braucht Zeit. Die einseitige Ausrichtung auf aktuelle Anforderungen der Schule muss vermieden werden, um angstindizierte Fehlleistungen abbauen und ein positives, von konkreten schulischen Leistungsrückmeldungen unabhängiges Selbstbild aufbauen zu können.

 

Die jeweils indizierten Behandlungsverfahren werden zu einer Kombinationstherapie zusammengestellt. Die Therapien sind in unserem Institut grundsätzlich als Einzelfall bzw. in Paartherapien gestaltet. Sie finden unter der Supervision von Diplom Psychologen / Klinischen Psychologen (BDP) statt und werden von sprachwissenschaftlich und psychologisch ausgebildeten Therapeuten durchgeführt. Verlauf und Fortschritte der Behandlung werden ständig förderdiagnostisch überprüft; das Therapeutenteam diskutiert die therapiebegleitende Feindiagnostik sowie aktuell wünschenswerte therapiebegleitende Maßnahmen.

Neben der Arbeit mit dem Kind bzw. Jugendlichen wird besonderer Wert auf die Instruktion der Eltern für die Fortsetzung des Trainings zu Hause gelegt. Ziele sind die schnelle Automatisierung der jeweiligen Lerninhalte und Lernstrategien, die Entlastung der Familie vom ineffektievem Lernstress und von dadurch bedingten emotionalen Spannungen. Neben wöchentlichen Therapiesitzungen im Institut wird ein häusliches Automatisierungsprogramm angeboten. Die Behandlungsdauer umfasst je nach Verlauf im Durchschnitt zwei bis drei Jahre.

 

Für lese- und rechtschreibschwache Erwachsene 
bieten wir ein gesondertes Training an, welches neben den allgemeinen auch berufsspezifische schriftsprachliche Fertigkeiten berücksichtigt.

 

Öffentlichkeitsarbeit

Im Dienst der Prävention setzt sich das Institut seit seiner Gründung in der Öffentlichkeit für Aufklärung über Entwicklungs- und Lernstörungen im Schriftsprachbereich ein. Es versucht sowohl betroffene Eltern und interessierte Laien als auch Pädagogen, Psychologen und Mediziner zu erreichen, um über die Notwendigkeit der Früherkennung wie über Methoden wirksamer Förderung und Behandlung zu informieren. Diesem Zweck dienen unter anderem Vorträge in Schulen, vor Lehrerverbänden und in pädagogischen Lehrerkonferenzen sowie die jährlich im Institut stattfindenden Vorträge.

Zur wissenschaftlichen Fundierung unseres therapeutischen Konzepts verweisen wir auf:

U.Meyer-Schepers, "Linguistik und Problematik des Schriftspracherwerbs", Frankfurt/M 1991

U.Findeisen u.a., "Lesen lernen durch lauttreue Leseübungen", Bochum 1989

 

 

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